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Manchester United – FC Barcelona

Am Mittwoch war es soweit. Das Champions League Finale in Rom wurde zwischen Manchester United und den spanischen Double Sieger FC Barcelona ausgetragen. Die ewige Stadt Rom war die Kulisse für dieses Finale und vorher wurde schon klar dass ein geschichtsträchtiges Spiel an diesem Abend stattfindet.

ManU könnte es zum ersten mal schaffen die CL zweimal nach einander zu gewinnen und Barca würde sich mit einem Sieg sogar das schaffen, was der FC Bayern ja seit Jahren für sich beansprucht, das Triple.

Auf der Anreise, die bereits frühs um 4 Uhr begann, kamen einen doch so erhebliche Zweifel über die Klasse des Finals, bezüglich der Stimmung. England ist bekanntlich keine wirkliche Hochburg des Supports und die Katalanen waren, als man sie vor 2 Jahren zuhause gegen den VfB Stuttgart ansah, auch nicht wirklich herausragend. Egal, die Hoffnung stirbt zuletzt und es ist schließlich das CL-Finale. Im Zug von Mailand nach Rom begegnete man dann auch den ersten Engländern, die einen freundlich darüber aufklärten, dass viele auf das Spiel heute scheißen würde. Zu großes mediales Interesse an Ausschreitungen und hinter vorgehaltener Hand wurde auch zugegeben, dass etwas Angst mit dabei war.

Also war wohl doch etwas daran was die britischen Medien und sogar das Außenministerium propagierten. Angeblich seien die Briten in Rom Ziel geplanter Übergriffe der Römischen, wenn sogar möglich aller italienischer Fans. Ok, es klingt doch etwas weit hergeholt. Aber man stelle sich mal vor, das deutsche Außenministerium gibt eine Reise- und Sicherheitswarnung für Auswärtsspiele in Italien raus, in denen wirklich davon abgeraten wird die Innenstadt von Rom zu betreten, bei Autopannen zwischen Rom und Napoli keine fremde Hilfe anzunehmen, öffentliche Verkehrsmittel zu meiden und das Stadio Olympico nicht über den direkten Weg aufzusuchen. Im Endeffekt stellte sich alles dann doch als etwas übertrieben raus. Denn passiert ist nicht viel, eigentlich nicht wirklich viel. In der Stadt war es ruhig, auch wenn ein Brite abgestochen wurde. Denn wer die Engländer kennt, der weiß, dass sie trotz Alkoholverbot im gesamten Innenstadtbereich von Rom es schaffen sich zu besaufen und dann prollen. Und ganz ehrlich, wenn man sich so benimmt und die falschen anmacht, dann kann es auch hierzulande vorkommen, dass sie eine drauf bekommen oder ein Messer gezogen wird. Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass ich die Tat für gut heiße, aber ich bezweifle sehr stark, dass der Messerstecher unbedingt ein Fußballhintergrund hatte.

Zurück zum Wesentlichen, die Engländer im Zug waren eigentlich sehr guter Dinge. Vor allem freuten sie über die Alkoholpreise im Ristorante Wagen. Böse wurden sie nur, als sie eine Flasche Rotwein auf dem Weg verloren und nicht wieder fanden. Ja, Alkohol ist schon verdammt wichtig. Da kann man böse werden…Unglaublich. Das Verhalten kann man auch auf die gesamte Situation vor dem Spiel übertragen. Die ManU-Fans haben ihre Prioritäten aufs Trinken, Platz markieren und singen gelegt. Das typische Auftreten von den Inselbewohnern also.

Die Barca-Anhängerschaft trat da etwas gelassener und in echter Feierlaune auf und sie konnten sich auf das Daumen-Drücken der Italiener verlassen. Denn die meisten Italiener in Rom sprachen sich klar für die Spanier aus.

Um halb fünf wurde sich dann mit der Karte versorgt und betrat erstmals das Stadion Olympico. Leider war die Choreovorbereitung zu dem Zeitpunkt schon vorbei. Aber ich war auf die Umsetzung der englischen doch sehr gepannt. Denn es sollte der Kopf von Sir Matt erscheinen. Und Engländer und Choreos ist ja nicht immer eine soooo gute Idee. Auf Barca-Seite war eine schlichte FCB Choreo aufgebaut. Dürfte wohl von Almagraves gewesen sein, denn ihre Fahnen hingen als einzigste im Stadion direkt in der Curva Sud.

Vor dem Stadion traf man danach kurz auf den auf die Boixos Nois, die bei der Suche nach dem Eingang auch etwas verzweifelten. Denn da lag wirklich ein großes Manko in der Organisation. Eingänge sind zwar den meisten bekannt, aber die Wege dahin wurden extrem kompliziert gestaltet. Waren die Eingänge sonst 50m auseinander, so musste man an diesem Tag knapp 2km Umweg in Kauf nehmen. Denn das VIP und Premium Areal musste ja geschützt werden. Hier muss ich aber echt erwähnen, dass bereits um vier auf der Brücke und dem Geländer vor dem Stadion gute 5.000 bis 10.000 Leute warteten und alles friedlich war. Obwohl höchstens insgesamt 50 Polizisten anwesend waren.

Der offizielle Einlass zum Innengelände des Stadion begann um 17 Uhr und ins Stadion durften die Fans dann ab 18 Uhr. Gegen 19.30Uhr waren dann die Kurven auch schon gut gefüllt. Danach fing der Abend an lustig zu werden. Da sich wirklich wieder alle Vorurteile bestätigten. Es wurde von der UEFA ein Fanquiz gestartet. Moderiert wurde es von einem neutralen Stadionsprecher und jeweils den Stimmen von ManU und Barcas. Hier war das Erscheinungsbild auch schon wieder symbolisch. Der Spanier stand in Jeans, T-Shirt und Turnschuhe auf einen Podest vor der Curva Sud und sein britischer Kollege stand in maßgeschneiderten Anzug und frisch polierter Glatze vor der Curva Nord. Jetzt kam ein ausgeklügelte Quiz der UEFA. Es wurden jeweils die eigenen Fans gefragt, wie viel Spiele Brain Laudrup für Barca spielte oder wie ManU früher hieß. Es gab dann zwei Antworten zur Auswahl und die richtige sollte mit lautem Schreien ausgewählt werden. Und scheiß die Wand an, die eigenen Fans wussten die Antworten sogar. Na wer hätte das gedacht. Der Unterschied zwischen beiden Fanlagern lag daran, dass Barca jede richtige Antwort mit einem vom eigenen Stadionsprecher angestimmten Lied untermalten. ManU dagegen immer nur bei der einen Sache laut, aber dafür brachial.

Danach kam das nächste Highlight der UEFA. Ein Fan-Blindkick zwischen zwei Fans über das gesamte Spielfeld und auf eine Dauer von 2 Minuten. Eine kurze Spielerbeschreibung. Der spanische Vertreter war jung sportlich, der englische so mitte 30 und fasst kugelrund. Zur Belustigung aller zeigte der Brite sich wenigstens motiviert und posierte vor dem Anpfiff. Dann gings nach kurzem Verbinden der Augen los und es dauerte nicht lange bis der motivierte Engländer sich schön beim Versuch zu schießen querlegte. Herrlicher Anblick und das gesamte Stadion lachte, zumal es den Anschein hatte seine Hose sei gerissen. Was leider nach mehrmaligen Betrachten der Fotos nicht stimmte. Gewonnen hat das Spektakel übrigens Barca.

Während der offiziellen Feier vor Spielbeginn zeigten dann beide Seiten ihre Choreos. ManU tat sich da leider wie zu erwarten sehr schwer bei der Umsetzung, während Barca sogar Konfettimaschinen dazu verwendet. Beim Anpfiff gaben dann die Curva Nord und die Curva Sud alles, so dass es teilweise eine wirklich gute Stimmung war. Nur hielt das nicht lange an. ManU war nach dem ersten Gegentor etwas geschockt und wurde deutlich schwächer. You only sing when you are winning…Barca hingegen hatte sogar einige Schwenker mit ins Stadion gebracht, die die Kurve dann doch optisch noch etwas aufwertete. Denn außer Zaunfahnen gab es optisch nichts zu sehen. Allerdings weiß ich die Beschränkungen hier nicht, aber es wird wohl welche gegeben haben, denn eine Trommel war genauso wenig im Stadion. Barca sang im Prinzip bis zur Halbzeit durch. Allerdings muss man sagen, nicht durchgehend. Es wurden immer nur 3-5 Lieder gesungen, die zwar teilweise laut, aber immer nur einmal. Danach war wieder Schluss und ein anderes der 5 Lieder wurde wiederholt. ManU war wie gesagt nicht erwähnenswert. Wenn sie sangen war es richtig laut und sie übersangen Barca um Längen. Aber das geschah nicht oft. Es fehlte eindeutig die Koordination in der Kurve.

Was die Briten allerdings nutzten war die Halbzeitpause, die wurde fast komplett gesungen. Warum auch immer. Denn in Halbzeit zwei wurde es wieder richtig ruhig. Endstation war dann nach dem 0:2. Während Barca dann verständlicherweise richtig loslegte und teilweise die gesamte Kurve hüpfte. Minuspunkt ist leider wieder die Liedauswahl und die Dauer der Lieder. Da war so viel Luft nach oben.

Nach dem Schlusspfiff gab es in der Curva Sud noch ein paar Bengalen zu sehen. Und es wurde das Vereinslied(?) Barca Barca Baaaarca immer wieder niedergeschmettert. Erst recht als die Mannschaft dann mit dem Pott in die Kurve kam. Die Engländer zogen währendessen schnell ab. Sie verpassten auf jeden Fall ein sehr amüsantes Pfeifkonzert als Ronaldo zum zweiten Platz gratuliert wurde.

Mich persönlich hat das Feiern im Stadion nicht so gejuckt weshalb ich raus bin, um zu sehen, ob es evtl. doch noch krachte. Aber auch hier gab es nichts zu bemängeln. Auch die Polizeipräsenz war hier sehr sehr gering. Aber wie gesagt es war sehr ruhig hinter der Curva Nord. Ich bin dann mit den meisten ManU Jungs mit einer Buseskorte zum Bahnhof Termini gefahren. Im Bus und an den fliegenden Händlern fingen sie auch wieder fröhlich an zu singen und zu feiern. Was im Stadion anscheinend nicht möglich war. Aber sobald Alkohol dazu kommt, dann geht’s wieder. Barca feierte relativ lange im Stadion. Als sie später in die Stadt kamen gab es auch nichts besonderes. Eigentlich nur ausgelassenes Feiern und ein paar pöbelnde Engländer.

Alles in Allem war es aus meiner Sicht ein stink normales Spiel. Ein so bedeutendes Spiel sollte eine richtige Stimmung im Stadion haben. In Hälfte zwei wurde es dank Barca auch lauter. Aber da habe ich in Deutschland schon weitaus bessere Sachen gesehen. Trotzdem war es auf jeden Fall eine sehr satte Erfahrung ein solches Endspiel mal beizuwohnen, bei jeglichen TV-Sendern mal durchs Bild gelaufen zu sein und einen Gianluca Vialli entlockt zu haben, dass ihm das Spiel auch Null interessiert.

Bilder des ganzen Spektakels gibt es im Forum.

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Ich bin Terrorist

Dass Fußballfans bei Heim- und Auswärtsspielen eigentlich total überwacht werden ist nicht neues. Es gibt immer neue Verbote, neue Repressionen und Zensuren. Bestes Beispiel ist die Fahne der Wilden Horde ein Hamburg. Auf einmal war sie nicht mehr gern gesehen, obwohl sie schon jahrelang die Gruppe begleitet.

Die Ultras Gelsenkirchen gehen nun bewusst einen Schritt weiter und wehren sich gegen eine geplante Unterschriftenaktion beim letzten Heimspiel am morgigen Samstag. Zwar wollen die Initiatoren der Unterschriftenaktion nach außen den Anschein wahren, sie möchten mit einer Internetzensur Pädophilen das Handwerk legen. Doch die Ultras Gelsenkirchen haben das Ganze etwas hinterfragt und klären alle Schalker auf ihrer Internetseite darüber auf, was wirklich dahinter steckt. Wir unterstützen diese Aktion und dokumentieren gerne den Eintrag auf der UGE Seite.

Zweifelhafte Unterschriftenaktion beim Spiel gegen Hoffenheim

Wie wir erfahren haben, plant die „Deutsche Kinderhilfe“, am Samstag rund um die Arena eine Unterschriftensammlung. Mit dieser Unterschriftenaktion sollen die Internetzensur-Pläne der Bundesregierung unterstützt werden.

Worum geht es?
Die Bundesregierung, allen voran Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, plant ein Gesetz, wonach Listen mit Internetseiten eingerichtet werden sollen, die kinderpornographischen Inhalt bereit stellen. Die Provider sollen per Gesetz dazu verpflichtet werden, die Seiten zu sperren, so dass diese nicht mehr über einen deutschen Netzzugang aufgerufen werden können. Was sich auf den ersten Blick unterstützenswert anhört -- wer ist nicht gegen den Mißbrauch von Kindern? -- entpuppt sich auf dem zweiten Blick als Türöffner für weitreichende Meinungszensur. Heute geht um Kinderpornopraphie, vielleicht schon morgen um Webseiten von Gruppen (oder auch Webseiten sogenannter Killerspiele), die Polizei und Co aus anderen Gründen ein Dorn im Auge sind, wie Beispiele aus anderen Ländern zeigen.

Hinzu kommt, dass Experten mehrfach darauf hingewiesen haben, dass besagte Sperren Pädophilen den Zugang lediglich erschweren und so allenfalls zufällige Seitenbesuche blockieren. Es ist jedoch davon auszugehen, dass derart veranlagte Menschen alles versuchen werden, um dennoch Zugang zu nach wie vor verfügbaren Servern Zugang zu bekommen. Es wäre folglich wesentlich erfolgsversprechender z.B. die Staatsanwaltschaften personell zu verstärken, damit die Abschaltung des illegalen Inhalts und die Ermittlung der Täter vorangetrieben wird, anstatt einfach mit Sperrlisten Teile des Internets zu blockieren. Des Weiteren zeigen Untersuchungen, dass Kinderpornographie in erster Linie offline bzw. abseits frei zugänglicher Internetseiten verbreitet wird.

Die Gegenbewegung
Mit dem Bekanntwerden der Pläne der Bundesregierung formierte sich im Web eine Gegenbewegung, um noch vor der Wahl die Stimme gegen diese Maßnahme zu erheben. Dazu wurde von Franziska Heine auf der Seite des Deutschen Bundestages eine Petition mit dem Namen „Internet -- Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten“ erstellt. Das e-Petitionssystem des Bundestags sieht vor, dass ab einer 50000 Unterzeichnern sich der Bundestag mit der Petition befassen muss. Dieses Ziel wurde aufgrund zahlreicher kritischer Bürger glücklicherweise schnell erreicht. Inzwischen haben annähernd 90000 Bürger die Petition unterzeichnet. Wer dies noch nicht getan hat, kann dies noch bis zum 16.06.2009 tun. Jede weitere Stimme verstärkt den Druck auf die Bundesregierung!

Die Gegen-Gegenbewegung
Der Verein „Deutsche Kinderhilfe“, nicht zu verwechseln mit dem Deutschen Kinderschutzbund, hat nun eine Kampagne gestartet, die es sich zum Ziel setzt, 100000 Unterschriften zu sammeln, die für den Gesetzentwurf stimmen. Um dieses Ziel schnell zu erreichen, hat man sich offenbar bewusst für Großveranstaltungen wie das Spiel am Samstag entschieden. Unterschreiben kann man für den Satz “Ja, ich stimme für das Gesetz gegen Kinderpornographie im Internet ab”. Es ist zu befürchten, dass sich viele Stadiongänger von der Botschaft “Gegen Kinderpornographie” überrumpeln lassen und im Vorbeigehen unterschreiben.

Unser Anliegen

Wir möchten auf diesem Wege möglichst viele Schalker über die Unterschriftensammelaktion des Vereins „Deutsche Kinderhilfe“ aufklären. Nehmt Euch ein paar Minuten Zeit und beschäftigt Euch mit den Hintergründen dieser Aktion bzw. der gesamten Thematik. Danke!

Darüber hinaus hoffen wir, dass der FC Schalke 04 diese Aktion nicht genehmigt bzw. eine erteilte Genehmigung zurück zieht.

Mehr Infos unter:

http://www.ultras-ge.de

http://www.dubistterrorist.de

http://www.vorratsdatenspeicherung.de

http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/zappinteraktivinternetsperren100.html

http://netzpolitik.org/2009/deutsche-kinderhilfe-fuer-zensursula/

http://aktuell.de.selfhtml.org/weblog/petition-nutzer-gegen-zensurfilter

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Am Ende will es keiner gewesen sein

Zur Zeit scheinen sich ja die Medien wieder nach einem großen Skandal zu sehnen. Die Amokfahrt in Holland scheint vergessen und anscheinend zieht sich im BigBrother Container niemand mehr aus, so sucht man sich wieder die Fußballfans aus, um zu einem Pauschalisierungs-Rundum-Schlag auszuholen. Mit Schrecken liest man Artikel aus Nürnberg, was dort für Zustände beim Derby herrschen. Keulenschwingend, Speichel triefend, ständig in Lauerstellung läuft der Gästeanhang in Fürth zum Stadion. Umrahmt wird diese Pilgerung von wüsten unverständlichen Gegröhle, dass aber doch eindeutig dem rechten Lager zu zuordnen sei. In der Süddeutschen Zeitung will man bei solchen Absatzzahlen des Blattes aus Nürnberg in Nichts nachstehen und schreibt kurzerhand auch einen Artikel über das fränkische Derby und die untragbaren Umstände, dass eine Redakteurin dort öffentlich kritisiert wird. Vor Ort gewesen sein muss man dazu nicht, es gilt die Journalistenehre zu retten. Schließlich muss man bei so einer Flut von Beschwerden an die Nürnberger Redaktion doch zusammenhalten. Um der Flut zu entkommen wurde bereits vor der Veröffentlichung in der Süddeutschen ein weiterer Artikel in Nürnberg publiziert, der aber nur teilweise bis gar nicht die getätigten Aussagen entkräftet. Die Münchner Kollegen springen nun in die Presche und greifen ganz tief in die Trickkiste und graben irgendwoher Äußerungen des Fürther Oberbürgermeisters aus, in denen unter anderem die Rede „Angst ums Überleben der Fürther Bevölkerung“ ist. Natürlich hörten die Münchner Redakteure am sonnigen Starnberger See am Sonntag Nachmittag auch ein Zwitschern, das waren dann auch die rechten Parolen die aus Franken bis dahin zu hören waren und eindeutig den Nürnberger Fans zu zuordnen waren. Ja, so sieht seriöser Journalismus aus.

Passend dazu fand in den letzten auch Berlin die Fachtagung der GdP statt, diese stelle in einer Evaluierung fest, dass die Spirale unaufhaltsam scheint und die Gewalt in der letzten Saison gleich 30 Prozent über den bisherigen Durchschnitt lag. Es besteht dringender Handlungsbedarf aus Sicht der GdP. Es muss mehr Geld her, mindestens 50 Millionen Euro pro Saison. Am besten von den Vereinen, dann merken sie es auch, wie sehr ihre Fans über die Stränge schlagen. Ein Zwölf-Jahres-Hoch sei momentan in der Gewalt bei Fußballspielen erreicht und so kommt die Polizei nach eigenen Angaben auf 1,3 Millionen Arbeitsstunden im Jahr, bei 800 Einsätzen für Fußballspiele pro Wochenende. Das liegt laut Pressemittelung der GdP vor allem an zwei Dingen. Zum einen an der Gewaltbereitschaft der Fans selbst in den Ligen, zum anderen an der immer größer Beliebtheit findenden Ultràbewegung in Deutschland, die momentan angeblich 7.000 von der Polizei gezählte Mitglieder zwischen 15 und 25 Jahren besitzt. Hier sei der DFB aufgefordert sich endlich mit dem Gewaltproblem auseinander zu setzen und nicht weg zu sehen. Auch Stadionverbote in den unteren Ligen sollten nach Meinung der Polizei eingeführt werden und wenn möglich auch Glasflaschen und Alkoholverbot auf allen Anfahrtswegen zu Fußballspielen.

Dies ist alles aus der Pressemittelung der GdP zusammengefasst und evtl. ist mir auch ein Funken Zynismus noch mit hinein gerutscht. Doch angesichts der verfälschten Tatsachen und dass die deutschen Massenmedien wieder jeglichen Scheiß blindlings übernehmen, kann meiner Einer nicht so ruhig bleiben. Klar wird mehr Geld für die Polizeieinsätze benötigt. Die Forderung ist ja auch keine Neue. Nur es stellt sich die Frage nach der Relation und für was das Geld eingesetzt wird? Wenn Fanbusse ohne irgendwelche Zusammenhänge von Berlin bis nach Cottbus oder Rostock mit Helikoptern, Drohnen und etlichen Polizeieinsatzfahrzeugen begleitet werden, dann nicht. Auch nicht, wenn noch mehr Beamte mit Cyber-Cam-Robo-Cop-Montur ausgestattet werden. Solche und ähnliche Ausgaben kann man getrost als abartig hohe Steuergeldverschwendung ansehen. Dafür sollte es auch keine Ausreden geben.

Die GdP beschwert sich medienwirksam über das Fehlen des DFB und der mangelnden Kooperationsbereitschaft. Doch was hat die GdP bei der Evaluierung des DFBs gemacht? Sie hat keinerlei Interesse gezeigt. Und warum? Weil diese Umfrage eben zeigte, dass die Gewalt in und um die Stadien seit Jahren nicht mehr steigt. Das passt natürlich zu einer Forderung über 50 Mio. Euro, weil die Gewalt überhand nimmt. Übrigens die DFB-Evaluierung wurde schon vor Monaten veröffentlicht, doch wo waren die ganzen Medien? War nicht so ne Absatzzahlen-bringende-Angelegenheit. Lieber weiter hinten, wenn überhaupt.

Bei Aussagen der Fachtagung, die eindeutig in Richtung eines Polizeistaat gehen, wie „Große Menschenmengen stellen per sei eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung dar“, sollte man doch ernsthaft mal über die Realitätsnähe nachdenken. Auch der Vorwurf, dass die deutschen Fanszenen doch größtenteils „polizeifeindlich“ agieren, da sie sich hinter Spruchbändern mit ACAB präsentieren wirft weite Schatten. Auf der GdP-Seite sind alle relevanten Texte der Fachtagung offiziell einsehbar und ich empfehle es auch wirklich jedem. Denn es macht deutlich wie weit Polizei und Fans auseinander sind. Ich möchte kein Hass gegen die Polizei schüren, im Gegenteil, ich würde Herrn Gunter Pilz sogar unterstützen und sagen, dass bei der Polizei einfach ein Umdenken stattfinden und ein Dialog mit den fans gesucht werden sollte. Konfliktmanagement könnte man es nenne. Denn wir würden und selbst anlügen, wenn wir behaupten „Fußballfans sind keine Verbrecher.“ Denn durch das ständige Ziehen von Sachen, abbrennen von ausländischen Pyro, Markierung des Reviers, etc. machen wir uns genau genommen strafbar. Und geben wir es zu. Dass wissen wir. Aber wir respektieren die auferlegten regeln nicht. Zurecht. Denn zu oft erscheinen sie uns willkürlich auferlegt. Was auch teilweise stimmt. Doch wenn man auswärts fahrt und Dieter-Klaus-Otto bereits beim ersten Umsteigen wieder absolut aus der Reihe fällt und „Hurra Hurra der Pumuckl ist da!“ schreien muss, untermalt von Flaschen- und Böllerwürfen, ja dann brauch ich mich nicht wundern. Wenn man beim nächsten Umsteigen bereits von einer Hundertschaft Polizei erwartet wird. Die Ultras Frankfurt haben in einer Ausgabe der SAW auch bereits mal darauf hingewiesen. Es fehlt manchen selbsternannten Ultras der gesunde Menschenverstand. Provokant könnte man auch fast behaupten, dass beispielsweise ein kontrolliertes Abbrennen von Pyro in Deutschland so momentan nicht möglich wäre. Da es zu 99% wieder jemand missbrauchen würde und ein Bengalo oder sonst was aufs Feld oder woanders hinwirft.

Diese Behauptung will ich aber bewusst nicht so aufstellen. Denn es wäre schlichtweg zu pauschal und ich würde genau in das Schema fallen, dass ich der Presse und der Polizei vorwerfe. Außerdem fehlt es hierzulande noch an wirklicher Führungskraft der Ultras in der Kurve, manche sind zwar auf einen sehr guten Weg, aber eben noch nicht so weit. Erschwerend kommt das ständige Misstrauen vom Verein und den immer größer werdenden Sicherheitsauflagen.

Wir Fans sollten uns langsam bewusst werden was wir uns selbst gegenüber für eine Verantwortung haben und ob ein Böllerwurf in die Menschenmenge sein muss oder ob wir uns durch so was nicht selbst wieder ein Stück mehr Freiheit weg nehmen. Weshalb das St. Pauli-Modell in meinen Augen auch von mehr Vereinen umgesetzt werden sollte, als es bisher getan wird. Doch in vielen Städten sind die Vereine oder Aktiengesellschaften noch zu misstrauisch ob es klappen könnte oder schenken der Polizei einfach zu viel Glauben. Dis bezüglich wurde bei der Fachtagung der GdP von Herrn Prof. Dipl.-Vww. Michael Knape auch eine doch sehr einprägsame These für sogenannte Risikospiele verbreitet: „Als ungefähre Faustregel lässt sich feststellen, dass es regelmäßig zu Ausschreitungen kommt, wenn die Polizei mit Stärken von unter 500 Beamten im Einsatz ist. Lediglich wenn ein Großaufgebot vorgehalten wird, bleibt das Ereignis vergleichsweise friedlich.“

Mich erinnert das stark an „Ruhe durch Überwachung.“ Wo wir dann wieder beim Thema Stasi 2.0 wären. In den kommenden Tagen werden hier auf der Seite noch die jeweiligen Vorträge der Veranstaltung genauer betrachtet.

Dieser kleine Bericht spiegelt nicht die Meinung der kompletten Avanti Ultras Redaktion wieder. Sondern ist lediglich ein Beitrag von Wolle.

Bild: UNVEU.de

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UltràBlog #10: Warum mach ich das alles?

Kannst du dich an dein erstes Mal in deiner Kurve erinnern? Kannst du dich an dein erstes Auswärtsspiel erinnern? Kannst du dich dran erinnern wie und wann du zum Fußball gekommen bist? Mit wem du damals gefahren bist? Weißt du eigentlich noch wieso du zum Fußball fährst? Und weißt du noch warum du das alles machst?

Alles Fragen die ich mir irgendwie beantworten kann, aber die ich mittlerweile bei vielen Fans&Ultras nicht mehr beantworten kann. Warum? Wochenende für Wochenende pilger ich zu meinem Verein und sehe verschiedenste Fans um mich rum, es sind nicht nur die Ultras die mich interessieren sondern meine gesamte Fanszene. Ich beobachte und sehe mittlerweile zu gesoffene Personen die lieber „Eine Straße mit vielen Bäumen“ singen und Ultras die lieber auf die Action nach dem Spiel warten. Herrlich… Das ist also das dritte Jahr nach der Fußballweltmeisterschaft!

Früher wurde ich für meine Einstellung belächelt, man lachte mich aus und wusste nicht wieso ich Auswärts fuhr oder jedes Heimspiel in mein örtliches Stadion lief. Doch es sollte nicht lange auf sich warten lassen wo mein Freundeskreis dies akzeptierte, ein Freundeskreis der mit mir gemeinsam über die verschiedensten Fußballfelder Deutschlands pilgerte. Um mich rum waren viele Fans die mit vollem Einsatz und Herzblut an die Sache gingen, die zwar voll waren, aber wussten wieso sie hier stehen und wieso die Mannschaft auf dem Feld ihre Unterstützung verdient hat. Ich wurde zum singen aufgefordert und ausreden gab es nicht.

Heute ca. 7-8 Jahre nach all diesem, nach einer WM und EM in der Fußball auf ein Mal Hip wurde, leben wir nun. Die Leute die mich früher belächelt haben sind auf ein Mal die größten Fußballfans und bejubeln Vereine wie Hoffenheim, weil dort „ordentlicher“ Fußball geboten wird. Der Fan wie ich es war wird in den Hintergrund geschoben schließlich sind die waren Fußballfans nun Deutschland&Hoffenheim-Fan. Doch auch dies lässt nicht von meinem Glauben ab und ich fahre weiter mit den Freunden mit den ich nun seit mehr als 8 Jahren durch die Stadien ziehe und singe, aber auch um mich rum sind neue Phänomene entstanden. Fans interessiert nur noch der Suff, die Stimmung soll auf dem Nievau des Ballermanns bleiben und Ultra-Gruppen werden größer und größer, besitzen mehrer tausende von Euros um eine Choreo zu erstellen, besitzen ein eigenes Merchandising und nicht selten fahren nun ganze Sonderzüge mit „Ultras“ gen Nord, Ost, Süd und West. Geil! War es nicht das was man immer wollte?

Für mich ist es nicht geil, für mich ist es eher eine traurige Entwicklung, es ist nicht das was ich immer wollte. In manchen Kurven stehen mittlerweile mehr Leute mit Windbreaker und Gürteltaschen als Leute in den Vereinsfarben oder gar im Trikot, das schicke Kurvenshirt wird zur Einheitsmode und der Kurvenseidenschal ersetzt den alten „Kuttenwollschal“ und trotzdem kriegen diese Leute ihre Zähne nicht auf. Doch wer schaut denn heute noch zurück zu seinen Anfängen? Wer traut sich wirklich noch neben seinen Kumpels zu stehen und bewusst ein Trikot zu tragen? Tut man dies werden schnell Sprüche laut wie „Warum trägst du so ein Kommerz-Shirt?“, „Ne ich trage lieber meinen Windbreaker“ oder „So was ziehe ich doch nicht mehr an!“. Doch was bin ich denn als Ultra? Bin ich der coole Schwarzjacken tragende Supporter, der sich von den anderen Fans klar abgerenzt und sich nicht mehr als Fan bezeichnet? Oder bin ich der Ultra, der eben noch Fan ist und der sein Fansein nur extremer auslebt? Für mich ist es das zweite, ich bin als Fan ins Stadion gekommen und verlasse es immer wieder als Fan. Ich begeistere mich immer wieder an Gesprächen mit Alteingessesen die auch einfach nur mal das Spiel gucken und es eben nicht so ausleben wie ich. Es ist schön mal einfach nur seinen ersten Schal auszupacken und sich diesen umzuwerfen, eben zu zeigen ich kann auch anders.

Es hat sich vieles geändert. Ultras sind nicht mehr das was sie mal waren, vieles hat sich weiter entwickelt. Die ein oder andere Entwicklung sehe ich aber sehr kritisch. Artikel von Ultra-Gruppen werden immer beliebter und es entsteht ein völlig neuer Markt. Ultras interessieren sich nicht mehr nur noch für das wichtige: Die 90 Minuten! Vor und nach dem Spiel wird immer wichtiger, waren früher Zusammenstöße noch Zufälle werden sie heute teilweise provoziert oder per Handy verabredet. Nicht selten wird lieber der Schwanz verglichen als sich auf das eigentliche zu konzentrieren, seine Kurve und seine Mannschaft. Rankings und Vergleiche sind wichtiger, Gruppe XY singt eh nur Youtube-Hits, Gruppe XY kann nichts auf der Straße und Gruppe XY wurde richtig geil abgezogen. Sind das alles Themen die so wichtig sind für unsere Bewegung? Wo bleiben die Grundgedanken? Wo bleibt das wichtige? Wieso fahre ich eigentlich ins Stadion? Um eine fette Ballermannparty, Boxerrei und einen fetten Schwanzvergleich zu bekommen, damit mein Ego wächst? Das eigentliche unsere Mannschaft&Verein rückt immer mehr in den Hintergrund.

Im Jahr 2009 hat sich vieles gewandelt, Ultra-Gruppen werden praktisch konsumiert und die coole Pyroshow von Rapid auf Youtube gesehen zu haben ist wichtiger als sich mit seinen eigenen Club zu beschäftigen. Warum sind diese Szenen überhaupt so stark? Vielleicht weil dort die Vereine wirklich noch gelebt wird? Weil dort nicht Jugendliche stehen die auf Style aus sind, sondern ihren Emotionen freien Lauf lassen für ihren Verein? Wo es eben nicht nur eine Station auf dem Weg zum Erwachsenen werden ist und man ein coole Zeit zwischen Ballermann und Hauerrei hat. Wo man noch weiß das man Fan ist und man nicht zu jedem Handball, Hockey oder Wasserball Spiel muss um seine unbestrittene Vereinsliebe zu zeigen, die bei fast 90% dann aufgesetzt ist? Wir leben in Deutschland, nicht in Griechenland, Kroatien oder Serbien wo Vereine anders gelebt werden. Es ist an der Zeit unseren eigenen Stil zu finden und nicht auf die tollen Beispiel aus den südlichen Gefilden unserer Welt zu gucken, so etwas wie es bei PAOK oder Panathinaikos gibt, wird es wohl hier nie wirklich geben.

Vielleicht liege ich mit meiner Meinung nun komplett falsch und manche denken nun was redet der Schwachkopf da, aber ich persönlich beobachte viele Entwicklung sehr kritisch. Sind wir wirklich so stark wie alle denken? Wer bleibt noch in 10 Jahren dabei, wenn vielleicht unsere Bewegung noch mehr mit Füßen getrampelt wird? Wenn Verbote mehr und mehr zu nehmen? Wenn Ultra nicht mehr gelebt werden kann? Wenn das Wort „Ultras“ in deutschen Stadien verboten wird? Wer bleibt noch dabei? Wer kämpft weiter? Ist ihm wirklich diese Einstellung so wichtig? Oder ist das Ego doch größer als der Wille zu kämpfen? Und siegt der Style oder wird man auch wieder einen Weg zum Fan sein finden? Alles fragen die wichtiger denn je sind. Ultra-Gruppen erhalten mehr und mehr Verantwortung für ihre Kurven und diese sollten sie auch ordentlich nutzen. Es liegt in der Verantwortung der Gruppen Ultra richtig ausleben zu lassen und nicht zu einer weiteren komerziellen und konsumierenden Bewegung werden zu lassen.

Köpft mich nun, aber es soll alles zum nachdenken anregen, ob dieser Weg wirklich richtig ist, ob Gewalt, Style und Merchandising uns wirklich weiterhelfen und ob nicht wirklich der Grundgedanke wichtiger wäre!

Deswegen fragt euch auch mal selber: Warum mache ich das alles?

Dies war mein vorerst letzter Beitrag, ich verabschiede mich nun erst Mal aus meinem Blog und möchte mich bei den vielen Besuchern bedanken. Ich würde es mir wünschen wenn ich Leserbriefe von euch erhalte und ich diese hier reichlich posten kann mit Texten und Anregungen aus den verschiedensten Szenen, doch beende ich selber vorerst meine Karriere als Schreiber dieses Blogs. Ihr könnt mich aber weiterhin unter UltraBlog@web.de erreichen. Danke für die Unterstützung die ich von vielen erhalten habe und mich immer weiter nach vorne getrieben haben. Vielleicht werde ich in einigen Monaten wieder kommen, aber erwartet nicht zu viel, nun seit ihr am Zug… kritisiert mich, verurteilt mich und verbessert mich! Danke für eure Aufmerksamkeit.

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UltràBlog #9: In den Farben getrennt – in der Sache vereint!

Wem ist dieser Spruch denn noch bekannt? Mir fiel er gestern Nachmittag wieder ein (doch dazu am Ende mehr). Durch Zufall stolperte ich über einen Bericht über eine Pressekonferenz des DFB, es wurde ein Bericht vorgelegt in dem offen über Straftaten in den deutschen Fußballstadien gesprochen wurde und das man diesen Leuten den Kampf ansagen würde.

In dem aufgeführten Bericht der „Experten“, u.a. der geliebte Dr. Gunter A. Pilz seines Zeichens Fanforscher, fielen wieder im Einklang mit Straftaten die Worte „so genannte Fußballfans“ und „die Ultras“, was mich wieder sehr verärgerte, weiterhin fielen folgende Zitate:

Wir werden beneidet um die tolle Stimmung in unseren Stadien, aber Stimmung und Sicherheit sind keine Gegensätze.

Klubs haben gleiches Recht wie andere gesellschaftlichen Gruppen

Es bereitet mir große Sorgen, dass es bei polizeilichen Einsätzen immer wieder zu Solidarisierungsprozessen der überwiegenden Zahl der friedlichen Ultras mit den gewaltbereiten Ultras gegen die Polizei kommt.

Die Ultra-Bewegung kann als eine neue Jugendkultur angesehen werden, in der sich einerseits jugendliche Kreativität, Engagement und Begeisterungsfähigkeit, andererseits jedoch auch Gewaltbereitschaft, Hass und Feindseligkeit ausleben. Für die Zukunft bleibt abzuwarten, in welche Richtung sich die Ultra-Szene entwickelt: Setzt sich das große Potenzial an Einfallsreichtum der Ultras durch oder geht aus Teilen dieser Szene, den so genannten ‚Hooltras’, ein neues Gewaltpotenzial hervor? Die Entwicklung befindet sich derzeit am Scheideweg. Viel wird davon abhängen, wie es den Verbänden und Vereinen und vor allem der Polizei gelingt, auf diese Szene differenziert und sensibel zu reagieren.

Ich denke jeder wird nun sein Meinugsbild haben zu diesem Thema und kann sich genau denken wo drum sich diese Pressekonferenz handelte, es wurde „sachliche“ Medienhetze betrieben. Genau gegen Fußballfans wie wir, die teilweise mit für diese „tolle Stimmung“ verantwortlich sind in den deutschen Stadien , in den „Stadien des DFB“. Doch warum funktionieren Stimmung und Sicherheit nicht? Es ist ein ganz einfacher Punkt, der Punkt, der eben nicht von den Teilnehmern dieser Pressekonferenz genannt wurde: Die Sicherheit, die der DFB hat, funktioniert nur duch Verbote und Strafverfolgung, die Auslebung der umschriebenen „Kreativität&Begeisterungsfähigkeit“ bleibt dabei meistens auf der Strecke liegen. Ich denke jedem wurde schon am Eingang die mitnahme von einem Materialstück verboten, meist aus einem nicht ersichtlichen Grund. Genau aus diesen Sicherheitsaspekten wird die Stimmung geschwächt, die Kreativität gestoppt und praktisch zerstört, doch wir werden beneidet für unsere Stimmung!?

Im nächsten Teil denkt man sich, was folgt als Reaktion? In jedem von uns macht sich „Hass“ breit, die Stimmung ist angereizt, schließlich darf man sich nicht frei im Block entfalten, während die Heimseite ein riesen Fahnenmeer präsentieren kann und im Gästeblock ein paar Schwenker und Schals zum optischen Support hinhalte müssen. Dies ist halt nun nicht das Optimum und jedem fehlt das Gefühl der Freiheit, die 90 Minuten in den man selbst sein kann und den ganzen Stress vergessen kann, in dem die ganze restliche Woche von einem runterfällt, sei es der Stress in der Arbeitswelt oder in der Schule, man wird also gereizter, aber die Stimmung muss dafür einbüßen. Wenn der DFB und die DFL so Stolz auf die Stimmung in den Fußballstadien ist, warum müssen dann Verbote herhalten? Warum findet man nicht fest vorgeschriebene Mittel und Wege wie es z.B. das „St.Pauli“-Modell tut?

Doch mein Lieblingszitat folgte:“Klubs haben gleiches Recht wie andere gesellschaftlichen Gruppen“, genau an diesen Punkte wachte ich auf, sicherlich ging es in diesem Zusammenhang um die Staatskosten für Polizeieinsätze etc., aber alleine an dieser Aussage sollte man ein großes Fragezeichen über seinen Kopf bekommen. Besitzt mein Klub ein gleiches Recht wie andere gesellschaftliche Gruppen? Nein! Es besitzt noch viel mehr als dies, mein Verein besitzt eine eigene Richtbarkeit, mein Verein darf selbst entscheiden wen er vor den Toren stehen lässt und kann dies, wie eben unüblich in der Gesellschaft, ohne Beweis und Verurteilung machen. Anhörungsrecht? Fehlanzeige! Gerechte Strafen für Ersttäter? Fehlanzeige! Richtige Anwendung von Gnadengesuche und Bewährungensauflagen? Fehlanzeige! Es wird pauschal das Mittel Stadionverbot benutzt,“es kann ja schließlich nicht sein, dass ein Jugendlicher einen Mittelfinger auf eine Horde von Polizisten zeigt“. Genau in dieser Handhabung muss sich etwas ändern, schließlich reißt man damit viele Jugendliche durch die Methoden die an den Tag gelegt werden aus ihrem Sozialenumfeld, mit Bagatellen die im „normalen Leben“ oder der „normalen Gesellschaft“ eben nicht mit einem „Freiheitsentzug“ von bis zu 3 Jahren geahndet werden, sondern eben soziale Arbeit nach sich zieht. Lösung für die Vereine: Kleinere Straftaten eben mit sozialer Arbeit im Verein bestrafen und eben nicht mit Stadionverbote, so lernt der Jugendliche seinen Verein mehr schätzen und wird nicht aus seinem sozialen Umfeld gerissen, folgt eine Wiederholung kommt es irgendwann zu einem kurzen Stadionverbot (wie bei Jugendstrafen, 2-3 Wochenenden Jugendarest), ist die Tat zu schwer wird es ein längerzeitiges Stadionverbot geben, aber war dies nur eine Ersttat eben noch auf Bewährung. Wo ist das Problem? Vereine wollen ihr sauberes Image bewahren, aber wird das Image eben nicht noch sauberer wenn man neue Wege geht und eben handelt wie es unsere Gesetze vorsehen? Wie heißt es nochmal schön:“Gleiches Recht für alle“.

Nun folgten die beiden Zitate meines lieblings Dr. Gunter A. Pilz, ich denke fast jedem ist er bekannt über seine „Studien“ über die Hooligans, Ultras und seine Favoriten die Hooltras, dass man vorallem die Ultra-Kultur nur schwer ergründen kann und schon gar keine allgemeingültigen wissenschaftlichen Texte drüber schreiben kann ist wohl jedem klar. Unsere Subkultur, so will ich sie mal nennen, ist von Stadt zu Stadt verschieden, auch wenn sie äußerlich ab und zu gleich aussieht, ist der Gedanke der Gruppen eben verschieden. Genau aus diesem Grund kann auch ein Herr Dr. Pilz eben nicht bewusst sagen, dass sich die Bewegung an einem Scheideweg befindet. Genau so wie seine Aussagen über die Solidarisierung gegenüber der Polizei, soll ich zu schauen wie einer meiner Freunde verprügelt wird? Wie sie von dem Staatsorgan mutwillig verletzt werden? Wie ihnen ihre Freiheit entraubt werden, obwohl es keinen Grund dafür gibt? Herr Pilz wie würden sie denn damit umgehen wenn eine ihnen nahstehende Person körperlich angegriffen wird? Schauen sie dann auch einfach Weg? Schützen sie nicht Frauen und Kinder? Oder jüngere Freunde? Oder warten sie bis die Polizei da ist und ihr Freund schon längst verletzt auf dem Boden liegt? Über den Begriff „Hooltras“ möchte ich hier nicht weiter reden, nur so viel, in meinen Augen gibt es so etwas nicht!!!

Nun nach dem ich mal wieder meinen Dampf abgelassen habe, möchte ich wieder auf mein Titel eingehen. Genau dieser fiel mir nach dem lesen des Artikels wieder ein und ich dachte mir, genau dieses Thema müssen wir als Ultras wieder aufgreifen. In Zeiten wo Funktionäre behaupten das durch Sicherheit die Stimmung nicht stirbt und man von vielen Ländern beneidet wird für die tolle Stimmung muss man angreifen und zeigen wohin uns diese Sicherheit führt. Wie falsch solche Aussagen wie des Herrn Dr. Pilz sind und warum eben die Begeisterung und Kreativtät abreißen. Demos wie es sie damals in Frankfurt oder in Nürnberg gab, müssen nun auch in einzelnen Städten weiter statt finden. Wir dürfen uns nicht von Funktionären und selbst ernannten Fanforschern verarschen lassen. Wir müssen unsere Stadien zurück erobern, damit solche Heuchler und Funktionäre eben nicht mehr Halbwahreiten erzählen. Stimmung&Fankultur stirbt durch Sicherheit&Kontrolle.

Wie diesen „Kampf“ führen? Das muss jede Kurve individuell entscheiden, ein Weg ist es die allgemeine Fanszene zu sensibilisieren, sie aufmerksam machen auf die „Sicherheit“ im nächsten Auswärtsspiel und was die Auswirkungen sein könnte, warum das falsch ist und warum dies eben keine Sicherheit gibt. Sollte die Kurve bei solchen Dingen mitziehen sollte man in seiner eigene Stadt für mehr Freiheiten, Gegen Polizeiwillkür etc. kämpfen, so wie es z.B. in Nürnberg der Fall war. Die Vereine selber aufklären, mit Verantwortlichen reden und Freiheiten für Gästefans schaffen (jeder sollte gleich behandelt werden, auch der größte Feind). Sicher sind dies schon alles Thorien die in den meisten Szenen passiert sind, aber wurde der „Kampf“ wirklich aufrecht erhalten? Sicher sieht es meist aussichtslos aus, aber sollte das nicht eben unser anliegen sein immer weiter zu kämpfen? „Wenn man aufhört zu kämpfen hat man schon längst verloren“, ein Zitat das wohl jeder kennt und genau deswegen sollten wir niemals den Kampf aufgeben, egal wie Aussichtslos der Kampf sein kann oder möchtet ihr bald alle in ausgestorbenen Kurven stehen, ohne jede Emotion? Oder im Gästeblock nur mit einem Schal? Lasst die „Sicherheit“ nicht gewinnen!

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UltràBlog #8: Adios Amateure!

Mein heutiges Thema befasst sich nicht direkt mit Ultra, aber wird dieses Thema uns bald alle betreffen. Ich rede von den neuen Anstoßzeiten, Anstoßzeiten die so absolut nicht akzeptable sind. Das Sonntagsspiel um 15.30 Uhr ist da wohl das schlimmste Beispiel. Doch was bedeutet dieses Spiel?

Gestern Abend, kurz vor meiner Nachtruhe, schaltete ich durch Zufall auf den WDR mit der Sendung „sport inside“. In dieser Sendung wurde ein Beitrag gebracht in dem die Probleme mit den neuen Anstoßzeiten aus Sicht der Amaturevereine beschrieben wurde. Für mich brachte dies nicht unsere Sicht in der Art „Wie soll ich Sonntags um 11 Uhr da und da sein?“, sondern viel mehr zeigte es mir das der Fußball gefährdet ist. Vor einigen Jahren durfte Sonntags kein Profispiel vor 17 Uhr angepiffen werden, der DFB legte wert auf dies und bewahrte sich so auch die Glaubwürdigkeit seiner Mitglieder (der DFB ist nur der größte Sportverband der Welt weil es in Deutschland so viele Amaturevereine gibt, die Mitglied im DFB sind). Doch was ist nun? Die DFL bestimmt neuerdings die Regeln. Die Amaturevereine bleiben auf der Strecke und werden höchst wahrscheinlich Zuschauer einbuße haben und gleichzeitig wichtige Einnahmen verlieren. Amaturevereine müssen also bluten für die großen Proficlubs, dass tut mir persönlich im Herzen weh. Ich selber habe Jahre lang in einem Verein um die Ecke gespielt, habe alle Jugenden durchlaufen und gehe heute auch noch die Spiele der ersten Mannschaft besuchen und freu mich darüber das alte Fußballkamaraden immer noch für den Club spielen. Das soll also bald zu Ende sein? Wen interessiert denn bitte noch ein 7.Liga Club wenn gleichzeitig zur selben Zeit Schalke gegen Dortmund spielt oder Hamburg zu Gast in Bremen ist?

Die Existenz der Amatureclubs ist stark gefährdet! Doch ist das nicht die Grundbasis des Fußball? Fast jeder „Fußballstar“ hat heutzutage bei einem kleinen Amatureclub angefangen zu kicken und durfte sich so durch viele Jugenden spielen bis ihn ein „großer“ Proficlub entdeckt hat. Spieler wie Klose, Metzelder oder Podolski würde es nicht geben wenn sie nicht ein Amatureverein aufgenommen hätte. Diese Amatureclubs leisten wertvolle Arbeit, auch wenn sie vielleicht „nur“ ein Mal in ihrer Vereinsgeschichte einen Profifußballer hervorbringen. Doch genau diese kleinen Clubs sollen um ihre Einnahmen gebracht werden und praktisch zerstört werden?

Genau hier muss der DFB handeln! Doch er tut es nicht, er sieht nur den Profit für seine Fußballprofiliga und macht sich zeitgleich unglaubwürdig bei seinen wertvollen Mitgliedern, dass für 60 Millionen Euro mehr im Jahr? Für Clubs die sowieso schon sehr gut betucht sind?

Es muss etwas passieren und das von uns aus! Nicht weil unsere Bedürfnisse wichtig sind. Nein! Wir müssen etwas für den Fußball tun, für die kleinen Vereine. Wir sind zwar hauptteilig Fans von Proficlubs, aber sollen unsere Clubs immer mehr in sich hinein stopfen und die kleinen Clubs können bald dicht machen? Was wäre denn wenn dein Jugendverein auf ein Mal seinen Spielbetrieb einstellen muss weil ihm die Einnahmen fehlen? Mir würde es weh tun, denn schließlich habe ich viele schöne Erinnerungen an diesen Club, er hat mir sehr viel gegeben!

Durch die Arbeit der DFL werden Traditionen gebrochen und Vereine vielleicht bald zerstört, jetzt sind wir gefragt, wir müssen kämpfen damit die Traditionen gewahrt werden. Einmalige Ausgleichszahlungen, die der DFB vorschlägt, nützen nichts und sind auch keine Zukunft. Die Fußballfanwelt muss mehr reagieren und agieren. Kämpft nicht nur für eure Bedürfnisse, denkt auch dran was andere Menschen davon haben werden bzw. in diesem Fall andere Clubs.

Ich kann nur wie viele andere Leute www.keinkickvorzwei.de an dieser Stelle nennen, doch glaube ich das viele Szenen sich noch im Dornröschenschlaf befinden. Schade! Doch ohne Kampf haben wir bereits verloren.

Also beginnt zu kämpfen!
Gegen die neuen Spielzeiten!!!

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