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Interview mit Ultras Regensburg

Wieder einmal haben wir für Euch eine Gruppe befragt;

diesesmal mussten die Jungs von den Ultras Regensburg herhalten.

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Das Interview findet Ihr unter folgendem Link:

Interview Ultras Regensburg

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Das AVANTI-ULTRAS Team wünscht Euch viel Spaß beim Lesen

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Ultras Monaco im Interview

Wir sind sehr stolz, Euch ein neues Interview mit einer der bekanntesten Gruppen der französischen Liga präsentieren zu dürfen.

Die virtuelle Reise geht dieses Mal ins Fürstentum Monaco, wo neben den Schönen und Reichen auch so mancher Ultra haust…

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Das Interview findet Ihr unter folgendem Link:

Interview Ultras Monaco 1994

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Das AVANTI-ULTRAS Team wünscht Euch viel Spaß beim Lesen

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Armada Interview

Wir haben ein neues Interview für Euch online gestellt:

Es geht nach Kroatien, in die Hafenstadt Rijeka zu der nach eigenen Angaben dritt stärksten Gruppe im Land

Das Interview gibts unter folgendem Link:

Interview Armada Rijeka

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“Datensammler sind Verbrecher”

Innerhalb kurzer Zeit können wir Euch ein weiteres interessantes Interview präsentieren:

Diesmal geht die virtuelle Reise in die wohl älteste Stadt Deutschlands, in die ehemalige Kaiserstadt Augusta Treverorum – Trier.

Dort standen uns die Jungs von Insane Ultra Rede und Antwort.

Das Interview gibts unter folgendem Link:

“Datensammler sind Verbrecher”

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“Mit uns wer will, gegen uns wer kann”

Hallo, bitte stelle Dich und Deine Gruppe kurz vor und erzähle ein bisschen was über Eure Geschichte.

Hallo
Ich bin 19 Jahre alt und führe die Untergruppierung Diabos Helvetia von den Ultras Diabos Vermelhos. Junges Alter denken sich viele und auch viele in der Gruppe hatten Schwierigkeiten damit als ich gewählt wurde, aber nach ein paar Spielen waren die Zweifel weg. Viele sagen ja, die Jugend von heute lebe nicht mehr “Ultra”, wie die alten unter uns. Aber ist es wirklich so? Sie waren früher auch jung, haben auch so angefangen. Die Stadionverhältnisse waren anders aber trotzdem, sie waren jung und unerfahren. So fängt jeder an, mit der richtigen Motivation geht es aber immer positiv aus. Aber kommen wir mal zur Geschichte der Diabos Vermelhos:

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Im zentralen 2ten Rang des alten Estádio da Luz hat sich immer eine kleine Gruppe von Freunden zu den Spielen getroffen. Im November 1982 fertigte man die erste Zaunfahne an und die Diabos Vermelhos waren geboren. Mit der Zeit fanden sich schliesslich immer mehr Mitglieder und Benfica machte sie zu den offiziellen Ultras. Im Laufe der Zeit ging man in den zentralen Unterrang und hatte dort einen neuen Standort gefunden.
Die Zeiten waren gut und man hatte weit über 4000 Leute pro Spiel. Vom grossen Erfolg geblendet, hatte man jedoch die Idee, den Vorstand auszutauschen. Neue Leute wurden gewählt und das war der Fehler. Es kam intern zu heftigen Diskussionen bis sich ein paar Leute aufgemacht haben und im Jahr 1992 die No Name Boys gegründet haben. Den Diabos Vermelhos ging es derweil schlecht. In der Saison 92/93 hatte die Gruppe nur um die 10 Leute im Sektor. Doch trotzdem liessen sie die Gruppe nicht sterben und waren immer anwesend, so dass die Gruppe weiterhin existierte.
Schliesslich kamen mit der Zeit auch die Leute. Es erschienen immer mehr Fahnen und ein neues Motto wurde eingeleitet: “Connosco quem Quiser, contra nos quem puder” (“Mit uns wer will, gegen uns wer kann”). Dieses Motto hat die Einheit wieder zurückgebracht und die Gruppe wuchs wieder weiter an. Es war aber auch nicht mehr wichtig ob 20 oder 2000 Leute kamen, die Worte die man als Motto nahm, schweisste alle zusammen.
1995/1996 wurden wieder vermehrt Busse zu den Auswärtsspielen eingesetzt und auch die Zaunfahne “Diabos On Tour” gemacht – zu dem gab es diverse Schals und T-Shirts der “On tour” Reihe. Den Leuten gefiel es, langsam aber sicher wurden die Diabos wieder zu dem, was sie mal waren: Gross, glorreich und unbeschreiblich. Zum Pokalfinale chartete man 7 Busse.
1996 hatte man endlich einen Raum, wo man die Sachen lagern, Choreographien besprechen oder einfach nur zusammen sein konnte. Auch wurde der Vorstand wieder getauscht. Diesmal aber wirkte es sich positiv aus. Manuel Lameira führte die Diabos bis 2003/2004 zu glorreichen Zeiten. Dann ging er. Die Gründe sind intern bekannt, werden aber nicht weiter öffentlich genannt. Daraufhin verschwanden aber wieder zahlreiche Leute, teilten oder entfernten sich. Die Diabos existieren aber weiterhin bis es 2006/2007 zu einem neuerlichen Rückschlag kam: Der portugiesische Fussballverband fordert: “Alle Ultras müssen sich legalisieren! Wer sich nicht legalisiert, den werden Konsequenzen treffen”. Sehr viele legalisierten sich, die Ultras von Benfica blieben aber standhaft “illegal”. Gegen Ende der Saison folgten schliesslich die ersten Konsequenzen: Materialverbot. Kein Material mit dem Namen “Diabos” darf in unserem Sektor sein. Keine Zaunfahnen, Schwenkfahnen etc. Auch den “No Name Boys” bzw. allen anderen illegalen Ultras geht es nicht besser. Daraufhin legalisierten sich ein paar der “illegalen Ultras”. Wir nicht, jedes Spiel nahmen wir eine selbtgemachte Zaunfahne mit, die uns dann abgenommen wurde. Die No Name Boys protestierten mit Bengalos.
2008/2009, unser Verbot hält an, die einzigen “illegalen Utras” in der ersten Liga sind die “Diabos Vermelhos” und “No Name Boys” von Benfica, von Academica die “Mancha Negra” und von Belenenses die “Furia Azul”. Vor unserem Sektor hängt schliesslich eine Zaunfahne mit der Aufschrift: Benfica 82.
Aktuell haben wir in der Regel einen Kern von 500 Leuten, bei unattraktiven Gegnern sogar nur 10-50 Diabos im Block. Bei großen Spielen bis zu 1000, vorallem auch weil die Leute aus dem Ausland dazukommen.
Viel ist in den 26 Jahren geschehen, doch wir bleiben unserem zweiten Motto treu: “Demasiados fiéis para desistir” (“Zu Stolz um aufzugeben”). Auch wenn wir nur eine Person wären, wir geben nicht auf. Wir glauben daran, dass wir irgendwann wieder erstarken werden! Schon einmal hatten wir so wenig Leute, trotzdem haben wir es gepackt, wieso nicht jetzt wieder?

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Da Du ja Capo der Schweizer Sektion bist drängt sich natürlich die Frage auf, ob es noch andere Sektionen gibt und wie sehr sich ein Sektionen Dasein auf das Leben ausprägt. Wie eng ist der Kontakt nach Lissabon und wie sieht der Meinungsaustausch aus, bringt Ihr Eure Gedanken genauso stark zum Ausdruck bzw. findet Ihr Euch in den Aktionen wieder ?

Es gibt einige Sektionen. In Portugal selber gibt es einige, wie die ganzen im Norden Portugals. Im Ausland sind die grössten: Paris, London und Helvetia. Der Kontakt zu Lissabon ist gross, durch Zeiten des Internets kann man sich somit auch immer wieder ausreden. Auch unsere Meinungen werden an die Personen überbracht und wir haben gelegentlich Aktionen wie eigene Choreos usw. Im Grunde ist es halt eine Möglichkeit uns selber organisieren zu können aber trotzdem gehören wir zu den Diabos.

Ihr tragt den Ultràgedanken natürlich auch weiter und tragt Euren Verein im Herzen, doch seit ein paar Jahren wird es fast von Woche zu Woche schlimmer mit den Repressionen in Portugal. Trauriger Höhepunkt sind bekanntlich Äußerungen der Politik, dass in den Stadien Anarchie herrscht und dass es bei Euch sogar Verbote von ganzen Gruppen gibt.
Erzählt uns doch mal bitte, wie es Eurer Meinung zu den Verboten überhaupt kam, hat sich das angebahnt oder gab es genau ein Ereignis, von dem die Verbote das Resultat waren, und vor allem, wie man damit umgeht ?

Die Verbote fingen mit der “Legalisierung” an. Die Legalisierung kommt wegen einem Gesetz, das seit der EM 2004 in Kraft ist. Jede Gruppierung muss alle Namen der Mitglieder angeben , ansonsten darf die Mannschaft die Ultras nicht unterstützen. Für unseren Präsident schien es nicht gerade ein grosses Problem zu sein. Von einem Tag auf den anderen wurde uns jegliches Material verboten. Mittlerweile haben wir uns damit abgefunden und haben, ausser Schals und T-Shirts, nur noch Fahnen von Benfica und eine Zaunfahne mit der Aufschrift: Benfica 82. Bei den Auswärtsspielen werden trotzdem unsere “alten” Fahnen mitgenommen. Der Verbot des Materials setzte sich irgendwie nur bei Benfica durch. Alle anderen nehmen immer noch weiterhin ihr Material mit. Nur Benfica scheint dem Gesetz zu gehorchen und verbietet den Ultras ihr Material. Vielleicht ändert sich das im Oktober mit dem Präsidentenwechsel.

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Wie ist Euer Stand bei Euch in der Kurve ? Gibt es noch einige Gruppen, die Eure Gedanken teilen oder habt Ihr in der eigenen Kurve sogar Feinde ?

Wie ich gesagt habe, gibt es bei uns die “No Name Boys”. Die sind aus einem Streit zwischen den Diabos Vermelhos entstanden und stehen in einer anderen Kurve als wir. Wir stehen in der Nordkurve und sie in der Südkurve. Auch wird nicht zusammen gesungen, da die Rivalität immer noch vorhanden ist. Bei Auswärtsspielen befinden wir uns, je nach Stadion, in der gleichen Kurve. Ab und zu wird zusammen gesungen, was aber selten der Fall ist. Dafür ist die Rivalität zu gross. Trotzdem ist uns Benfica wertvoller als jegliche Rivalität, deshalb wird sich auch nicht geschlagen oder sonst wie angefeindet. Wir mögen uns nur nich *grins*

Gibt es von Euch aus Zusammenarbeiten mit öffentlichen Institutionen, wie dem Fanprojekt oder anderen Instanzen des Vereins ? Wenn ja, wie sieht diese Zusammenarbeit aus ? Oder ist Euch eine unabhängige Arbeit da um einiges lieber ?

Nein sowas gibt es bei uns nicht. Ob aber die Unabhänigkeit lieber ist? Dafür müsste man zuerst mal ein Fanprojekt versuchen, um es zu wissen…

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Vor kurzem hat die gesamte Europäische Fanwelt nach Madrid geschaut und den Prozess gegen Santos verfolgt. Denkt Ihr, dass das erst den Anfang vom Kampf des Staatsapperates war und das nun allen Ultras in Zukunft blühen wird ? Wenn ja, wie könnte man Eurer Meinung nach, dagegen vorgehen ?

Naja, unserer Meinung nach geht die “Ultra Welt” langsam zu nichte. Klar, wir bleiben standhaft bis zum Ende unseres Lebens. Aber wie wird es danach weiter gehen? Immer wieder gibt es neue Gesetze die uns alles verbieten. Schaut man 20 Jahre in die Vergangenheit zurück sieht es ganz anders aus. Von dem, was man damals durfte, darf man heute die Hälfte nicht mehr. Ich persönlich glaube zwar, dass es die Ultras weiterhin geben wird, aber nicht mehr in der Form, wie wir sie heute kennen. Immer wieder sieht man wie Vereine übernommen werden usw. Was können wir aber dagegen machen? Proteste sind den meisten Vereinen eh egal. Trotzdem hoffe ich, dass es in Zukunft positiv wird.

In Deutschland gibt es immer wieder eine Diskussion über eine szenenübergreifende unabhänige Einrichtung, um gegen Stadionverbote und Repressionen anzugehen. Gibt es bei Euch schon so etwas oder gibt es überhaupt gemeinsame Aktionen mit Gruppen anderer Vereine, um auf die Probleme der Fans hinzuweisen ?

Nein sowas gibt es nicht. Aber auch Stadionverbote werden bei uns selten bis gar nie ausgesprochen. Bei euch wird man ja bei jedem Bengalo aus dem Stadion gefischt. Bei uns gibt es sowas nicht. Die Kameras sind zwar installiert und es ist leicht uns zu identifizieren, aber trotzdem wird niemand aus dem Stadion genommen und mit einem Stadionverbot belegt. Bei uns ist es zum Glück noch recht harmlos.

Da Ihr auch oft international spielt und viel herumreisen dürft, würde es uns sehr interessieren, welche Länder ihr momentan als stärkste Fansszene einschätzt bzw.was beeindruckt Euch zur Zeit am meisten oder meint Ihr, dass Vergleiche zwischen den Ländern nicht wirklich möglich sind ?

Naja jedes Land lebt die Ultra Bewegung anders. Jeder ist auch von einer anderen Szene fasziniert. Die deutsche Szene wird bei uns sehr geschätzt. Auch die brasilianische Szene wird von vielen gelobt, wobei ich die brasilianische Szene nicht wirklich mag. Aber wie gesagt, Geschmackssache. Ich war aber beim Spiel Nürnberg – Benfica sehr von der Stimmung bei euch fasziniert.

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Aber um noch mal auf Euch direkt zurück zu kommen. Wo seht Ihr Euch zur Zeit, seid Ihr zufrieden mit der Entwicklung Eurer Gruppe in den letzten Jahren und wie sichert Ihr Euch Euren Nachwuchs, kommt die Jugend von alleine auf Euch zu oder wird das seit dem Verbot etwas schwieriger ?

Allgemein wird die Ultras Szene, wie bei vielen Ländern auch, in Portugal von den Medien zerstampft. Dementsprechend kommen auch wenig Leute zu uns. Bei uns singen die Ultras und das wars. Die Fans hört man selten singen, sie schliessen sich uns auch nicht an. Werbung machen wir keine, die Leute kommen von alleine auf uns zu, erleben ein Spiel mit uns und bleiben dann bei uns. Momentan haben wir eine schwierige Phase. Dank der Legalisierung wirds auch nicht leichter. Wir hoffen aber, dass es sich mit einem Wechsel des Präsidenten wenigstens ein bisschen ändert.

Was sind Eure Ziele für das neue Jahr 2009 ?

Unsere Ziele sind weiter zu wachsen, grösser zu werden und wieder wie in den alten Zeiten zu sein. Für die portugiesische Liga wünschen wir uns, dass die Regeln endlich gelockert werden und wir wieder frei unsere Ideen ausleben können.

Bitte gebt noch ein paar abschließende Worte an unsere Leser

Respektiert die Geschichte und gebt Wert auf die Traditionen. Geht weiterhin zu den Spielen, lasst euch nicht von dem Kommerzfussball aufhalten und lebt für eure Mannschaft.

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Von Rumänien, Amerika und David Beckham

Unser heutiges Interview führt uns über den Atlantik in ein Land, das nicht unbedingt für seinen Fußball bekannt ist: Nach Nordamerika in die USA, genauer gesagt in das Kalifornische San Jose zu den 1906 Ultras der San Jose Earthquakes.
Erzähl doch bitte erst einmal etwas über dich, deine Funktion innerhalb eurer Gruppe, das alltägliche Leben an der Westcoast und speziell in San Jose.

Mein Name ist Dan Margarit, ich bin der Gründer der San Jose Ultras im Jahre 2003 und zurzeit Leader der Gruppe. Bei unserem ersten offiziellen Spiel hatten wir lediglich 17 Leute, aber das störte uns nicht, denn wir ziehen Qualität immer der Quantität vor.
Ich kam 1999 aus Rumänien in die Vereinigten Staaten.
Fußball bzw. ‚soccer’, wie wir es hier auch nennen, war schon immer meine Leidenschaft. Als dreizehnjähriger begann ich auf die Nordtribüne des Ghencea Stadions, in dem mein Lieblingsteam Steaua Bukarest seine Heimspiele austrug,
zu gehen. Zu dieser Zeit war die Ultras Bewegung etwas Neues in Rumänien und die meisten Leute in den Kurven waren gewalttätige Jugendliche. Die Atmosphäre und der Geist der Kameradschaft verzauberten mich sofort. Zwei Jahre Später, Anno 1996, war ich eines der Gründungsmitglieder der ‚Titan Boys’, der berühmt-berüchtigten Gruppe, die die rumänische Ultras Szene sowohl in den Stadien als auch auf den Strassen über ein Jahrzehnt beherrschte, bis sie beschloss, ihre Aktivität einzustellen. Diese Gruppe ist noch immer die meist respektierte in Rumänien, sogar von den Feinden! Während dieser Zeitspanne erreichten die rumänischen Ultras ihren Höhepunkt. Wegen der unübersichtlichen nachrevolutionären Situation waren die Gesetze unnütz und die Polizei furchtbar organisiert. Es war Anarchie ähnlich, und das half der Ultras Bewegung schnell zu wachsen.
Nachdem ich vier unvergessliche Jahre als ein Mitglied der Titan Boys verbracht hatte, zog ich nach Kalifornien, in das Küstengebiet. Das Leben hier ist sehr unterschiedlich zu dem in Europa und es braucht eine Weile bis man angepasst ist.
Die Sache allerdings, die ich am meisten an Europa vermisste, war mein Ultras Leben. Ausgehend von einem Land und generell einem Kontinent, in dem Fußball wie eine Religion ist, landete ich in einem Staat, wo Fußball der fünft oder sechst beliebteste Sport ist und wo niemand wusste, was Ultras heißt.
Zu meinem Glück hatte die Region, in die ich kam, eine Profimannschaft, die San Jose Earthquakes. Nachdem ich ein paar Spiele besucht hatte, war ich der Mannschaft zwar zugeneigt, aber ich war auch ziemlich enttäuscht von der ruhigen, Tennis ähnlichen Stimmung, so dass ich mich dazu entschloss, meine eigene Gruppe aufzumachen, basierend auf dem, was ich in Europa gelernt und erfahren hatte. Daher wählte ich den Namen ‚Ultras’: schlicht, direkt und die Mentalität definierend, die ich für diesen Haufen haben wollte.

Mit fast einer Millionen hier lebender Menschen ist San Jose die dritt größte Stadt in Kalifornien. Die Region ist auch als ‚Silicon Valley’ (= Silizium Tal), dank dem High Tech Gewerbe hier, bekannt. Nicht in San Jose selbst, aber in dem Gebiet an den Buchten, gibt es außerdem viele andere Profiteams: Zwei American Football- und zwei Baseballmannschaften, ein Basketball- und ein Eishockeyteam, sowie eine Arena Footballmannschaft (Hallen-American-Football).
Alle diese Institutionen haben viel mehr Geld und Tradition als die Earthquakes und sie erhalten große Beachtung der Medien, das macht er schwieriger für unseren Club eine beständige, umfangreiche Fanbasis zu errichten.

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Gib uns bitte mal einen groben Überblick über die Vereinsgeschichte, speziell ab 1993. Auch ein paar Worte zu den „Clash“, die Zeit in Houston, zu den San Fransisco Seals und zu der MLS wären wünschenswert.

Die San Jose Earthquakes haben mehr Geschichte als die meisten anderen Vereine in Amerika, denn sie waren sogar Bestandteil der NASL, der alten Profiliga, von 1974 bis ’84. George Best war wohl ihr bekanntester Spieler. Im Jahr 1996, als die MLS, unsere gegenwärtige Profiliga, geboren wurde, war San Jose eine von zehn Städten, die eine Mannschaft hatte. Der Name dieses Teams war ‚San Jose Clash’.
Das erste offizielle Ligaspiel wurde sogar in San Jose ausgetragen, in dem die
Clash 1 zu 0 DC United schlugen.
Die Mannschaft behielt diesen Namen bis 1999, als sie zu ihrer alten Bezeichnung zurückkehrte: San Jose Earthquakes.
Der Namenswechsel war außerdem begleitet von einem positiven Umbruch auf dem Feld. Von einem der schlechteren Teams der Liga wurden die Earthquakes zu einer Macht und gewannen die MLS Meisterschaften 2001 sowie 2003 und spielten im Finale 2005. Bei uns haben wir das Playoff System, wie die meisten amerikanischen Sporte. Trotz der exzellenten Leistung der Mannschaft – wegen einiger finanzieller und verwaltungstechnischer Probleme entschied die Liga, die Spieler und das Personal von San Jose nach Houston unter einem anderen Namen zu verlegen, während San Jose ohne Profiteam zurückgelassen wurde. Das ist schwer zu verstehen für Europäer. Versucht euch vorzustellen, der FC Bayern würde nach Berlin versetzt werden, oder Lazio nach Neapel. Das ist unmöglich!
Leider ist das ziemlich üblich im amerikanischen Sport. Ein Standortwechsel ist eine fürchterliche Erfahrung für die Fans, für die Stadt und für die meisten Spieler ebenso.
Nur um es noch schlimmer für mich zu machen wurde das neue Houston Team ‚Dynamo’ getauft, den Namen, den ich mein ganzes Leben gehasst habe, seitdem ich ein Steaua Supporter war und immer noch bin. Für zwei Saisons hatte San Jose keine Mannschaft, doch die Fans waren bereit zum Kampf!
Eine gemeinnützige Organisation namens ‚Soccer Silicon Valley’ wurde gebildet und diese konnte schlussendlich Lew Wolff und John Fisher, zwei örtliche Investoren und Besitzer eines Profibaseballteams, überzeugen, unseren Standort zurückzukaufen und ein reines Fußballstadion zu bauen. Die neue Mannschaft behielt den Earthquakes Namen, das Logo, die Unterlagen und die Farben bei. Die neuen Spieler waren größtenteils junge Kicker vom College oder Spieler, die bei anderen Vereinen der Liga entlassen wurden. Die einzigen namhaften Fußballer in der ersten Saison seit unserer Rückkehr waren Darren Huckerby, ehemaliger Norwich City Spieler, Francisco Lima, einst bei Zürich, Lecce, Bologna und Roma, sowie Joe Cannon, der schon davor bei den Earthquakes kickte.

Die Seals waren ansässig in San Francisco, eine Stunde entfernt von San Jose, und wurden 1992 gegründet. Sie waren die längste Zeit ihrer Existenz ein halb professioneller Club. Da sie ja nie Teil der MLS waren, trafen sie nur in ein paar Vorführungen oder Open Cup Spielen auf die Earthquakes. Es gab auch andere semi professionelle Vereine in dem Gebiet, doch ihr Bestehen war kurz und meist bedeutungslos: San Jose Frogs, California Victory und San Francisco Blackhawks, die einige Spieler zu den ursprünglichen San Jose Clash beisteuerten.

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Wie hat man als unwissender das Erdbeben in San Fransisco 1906, Teile eures Vereins- bzw. Gruppennamens, und dessen Bedeutung für euch einzuschätzen?

‚1906’ war eine Gruppe von etwa 15-20 Mann, die California Victory unterstützten, einen Halbprofiverein, der nur für ein Jahr bestand: 2007.
Da sich dieser Verein in San Francisco befand, nannten die Supporter sich selbst ‚1906’, als Anspielung auf das bekannte Erdbeben und die nachfolgenden Brände, die die Stadt in eben diesem Jahr heimsuchten.
Weil ihr Verein einging, traten sie uns bei, um die Earthquakes zu unterstützen.
Darum heißt unsere Gruppe 1906 Ultras.

Welchen Stellenwert hat der Fußball in den USA inne? Randsportart im Schatten von Baseball und American Football, oder potentieller neuer Volkssport mit steigenden Zuschauerzahlen?

Fußball ist hier am anwachsen. Es ist zwar eine langsame, aber sehr konstante Entwicklung. Ich glaube immer noch, dass der Fußball ein schlafender Gigant in den Vereinigten Staaten ist. Wir müssen lediglich einen Weg finden, ihn aufzuwecken und die amerikanische Sport Szene zu übernehmen. Auf Jugendebene ist Fußball vermutlich der beliebteste Sport. Die meisten Kinder hier kicken. Sie haben eine ausgezeichnete Infrastruktur, jede Menge Fußballfelder und Jugendligen im ganzen Land. Das Problem ist, dass wenn sie erwachsen werden, andere Sportarten wählen oder sich auf diese konzentrieren. Geld ist zweifellos auch ein Faktor.
Während American Football-, Baseball- oder Basketballspieler berühmte Multimillionäre sind, können die meisten Profikicker kaum ihre Familien ernähren.
Der Mangel an hochwertigen Trainern für die Jugend ist ebenfalls ein Problem. Es gibt Ligen, in denen Eltern die Trainerrolle einnehmen; Eine Schande, denn viele Kinder mit Potential vergeuden ihr Talent und Interesse am Fußball deswegen. Die Medien helfen auch nicht viel. Sie drängen unsere eigene Liga an den Rand.
Klingt komisch, aber die Finanzkrise könnte dem US Fußball wirklich helfen.
Leute, die sich die teuren American Football oder Baseball Tickets nicht leisten können, könnten zum Fußball wechseln.
Ein anderes Problem ist die Unfähigkeit der Liga, sich attraktiver für die einheimischen ethnischen Gesellschaften zu machen. Da sind all die europäischen, südamerikanischen oder zentralamerikanischen Einwanderer, die Fußball lieben und spielen, es jeden Tag im Fernsehen angucken, aber sich weigern ins Stadion zu kommen, um sich die MLS anzusehen. Es ist eine neue Liga und offensichtlich ist sie nicht auf dem gleichen Niveau, wie die Ligen, die jene verfolgen, aber sie helfen ihr auch nicht, zu wachsen. Ich persönlich meine, dass es viel unterhaltsamer ist, ein 0-0 Spiel der Earthquakes live im Stadion zu sehen, als einen Barca vs. Real 4-4 Kick von meiner Couch aus. Außerdem, die MLS ist eine reine, ehrliche Liga. Da nicht viel Geld verwickelt ist, gibt es keine Korruption, wie in einigen der europäischen Verbände. Es ist erfrischend zu sehen, wie Spieler ihr Bestes aus Liebe zum Sport und für einen minimalen Geldbetrag geben, gegenüber all den gewinnsüchtigen aus Europa, die nur spielen, um noch reicher zu werden.
Ein weiterer Umstand, der der Liga nicht half, waren die Verfahrensweisen gegen die Fans. Aus Angst auf das Hooligantum aus Europa warben die Vereine und die Liga in Richtung von Fußballmüttern und Kindern und versuchten jeglichen Hardcorefan zu entmutigen. Das könnte ein weiterer Grund sein, warum Einwanderer nicht zu den Spielen kommen wollten, da die Stimmung im Vergleich zu dem, was sie daheim gewohnt waren, grässlich war. Allerdings klappte die Strategie des Verbands nicht allzu gut. Ihre Produkte für Familien und Kinder für beinahe ein Jahrzehnt zu bewerben, zeigte keine bedeutsame Verbesserung der Besucherzahlen.
Vor zwei Jahren brachten sie einen kanadischen Verein ein, den Toronto FC.
Dessen Management unterstützte den europäischen Style des organisierten Supports. Nun ist Toronto immer ausverkauft und die Liga begriff, dass sie freundlicher zu den hardcore Anhängern sein sollten.

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Wie ist die nordamerikanische Fanszene allgemein zu beschreiben? Gibt es Vorbilder und Orientierungen an anderen Ländern? Was ist aus eurer Sicht zu Europa und Südamerika zu sagen?

Wie ich oben bereits erwähnt hatte, die vergangenen zwei Jahre waren gut für die meisten Supportergruppen rund um die Liga. Die Vereine wurden empfänglicher und verständnisvoller für diese. Die Gruppen erhöhten ihre Mitgliederzahlen, es gibt mehr Fahnen, Banner, Pyro und sogar Choreografien.
Ich verfolge die europäische Ultras Szene nach wie vor sehr genau, ich rede noch immer mit meinen alten Ultras Freunden aus Rumänien und ich denke es ist ironisch, wie dort der Gesetzgeber und die Vereine versuchen, die organisierten Supporter einzuschränken, während wir bei uns hier eigentlich besser behandelt werden, als zuvor. Wegen all den missbräuchlichen Gesetzen und der Restriktionen in den Stadien stirbt die Fan Darbietung langsam in Europa. Der moderne Fußball ist das Krebsgeschwür der Ultras Bewegung. Er möchte nur reiche Leute, die eine Menge Geld für die Eintrittskarten zahlen, Essen und Trinken im Stadion kaufen und sich leise hinsetzen während des Spiels.
Schaut auf die Spielatmosphäre in England: Wie sie sein sollte, und wie sie ist. Selbes gilt für Spanien. Barcelona hat über 100.000 Menschen auf den Tribünen, aber man kann die Spieler reden hören. Seitdem Joan Laporta (seit 2003 Präsident von Barca, Anm. d. Red.) die Boixos Nois zerstörte, gibt es keinen Gesang, keine Tifos mehr.
Ich bevorzuge jederzeit ein Zweitligaspiel aus Polen, Griechenland oder Argentinien.
In Italien: dasselbe. Der Verband benutzte die Geschehnisse nach Palermo vs. Catania als Ausrede, um ihre Ultras Gruppierungen anzugreifen und zu verbieten.
Die UEFA nutzte die Aktion gegen Gewalt als einen Grund, die Ultras Bewegung zu vernichten, doch das ist alles Schwachsinn. Die wollen einfach Fans mit Geld und ohne eine Einstellung oder Meinung. Fans, die immer das machen, was ihnen gesagt wird. Die gehen zu einem Spiel, als ob sie ins Kino gehen würden. Sie genießen die Show und gehen glücklich nach Hause, das Endergebnis ungeachtet. Die haben keine Leidenschaft. Ultras und Hooligans passen nicht ins Bild.
Aber was haben Bengalen, Fahnen oder die Reise zu Auswärtsspielen mit Gewalt zu tun?
Solche Sachen zu verbieten zerstört lediglich die Stimmung und die Gewalt steigt eben tatsächlich an. Sie wandert halt vor das Stadion, und sie wird organisierter mit all den vorausgeplanten fairen Kämpfen und dem Ganzen. Es gibt einige Missbrauchs und Menschrechts Ungesetzlichkeiten gegen die Ultras in Europa, die meiner Meinung nach nicht möglich wären in Amerika. Ich erinnere mich an das Beispiel der Roter Stern Belgrad Ultras mit Uros Misic. Er wurde zehn Jahre ins Gefängnis gesteckt für seine Tat (Polizisten geschlagen und wollte ihn angeblich ermorden, Anm. d. Red.), während korrupte Politiker, die trinken und fahren und Menschen töten, oder Millionen an Steuergeldern stehlen, ungestraft davonkommen. Die Fälle von Santos oder Gabriele Sandri fallen unter dieselbe Kategorie.
Da nicht so viel Geld im amerikanischen Fußball steckt, haben wir diese Probleme noch nicht. Sie brauchen Fans, und sie nehmen jeden, den sie bekommen können. Amerika ist ein derartig multikulturelles Land, und das reflektiert sich auf die Supportergruppen. Es gibt Gruppen mit süd- oder zentralamerikanischem Stil, welche, die den Casual Style bevorzugen und es gibt Gruppen, die zu dem Ultras Vorbild neigen, wie unsere Gruppe und teilweise Chicago und DC United.
Allerdings fügt jedes Lager ihre originären Elemente hinzu. Verglichen mit Europa sind wir dennoch ein Stück hinterher. Hier gibt es noch keine Ultras Kultur.
Viele Menschen haben generell keine Ahnung über Fußball und die meisten von ihnen wissen nicht, was Ultras ist. In Europa müssen die Ultrabrigaden sogar ihre Mitglieder auslesen. Ich kann mich erinnern, wie trennscharf wir in Rumänien waren, wenn neue Leute versuchten, der Gruppe beizutreten. Wir lehnten die meisten von ihnen ab. Die Kinder da draußen werden groß und träumen davon, ein Teil der Ultrasgruppen zu werden. Oder ich sollte sagen, die Kinder, die in den 70ern, 80ern und frühen 90ern aufgewachsen sind. Ich bin mir nicht sicher über die neue Generation an Fußballfans, aber es scheint so, als ob sie nicht denselben Pfad folgen würden, wie wir ihn begangen haben. Hier in den Vereinigten Staaten muss man sie anwerben, einlernen und hoffen, dass sie es mögen werden und es an die kommende Generation weitergeben werden. Bis jetzt ist die Rückmeldung gut.
Die meisten Gruppenmitglieder bei uns hatten am Anfang keinen Schimmer, was Ultras bedeutet, aber sie waren bereit zu lernen. Typen, die sich wunderten, warum wir stehen müssen oder Fahnen schwenken, als sie zum ersten Mal in unseren Sektor kamen, malen heute Banner, kreieren neue Songs, lassen sich gute tifo Ideen einfallen und fragen nach mehr verwaltenden Versammlungen. Es ist sehr honorierend, diesen Prozess zu sehen. Niemand wurde als Ultra geboren, aber wenn man das Herz und die Mentalität eines Ultras hat, dann kann man eindeutig einer werden.

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Wie hat man sich den Fanalltag der 1906 Ultras vorzustellen?

Die Distanzen sind viel länger als in Europa. Wir können uns nicht mit jedem gemeinsam täglich versammeln, aber wir treffen uns dennoch gegenseitig in kleinen Gruppen und gehen in Bars und dergleichen. Wir haben regelmäßige Zusammentreffen, um über die Gruppenaufgaben zu reden und zu sehen, wie wir Sachen verbessern können.

Gerade Auswärtsspiele mit großen Entfernungen, wie z.B. in dem etwa 2700 Meilen entfernten Foxborough, MA, stellen die aktive Szene doch sicher vor Probleme?

Allerdings! Wir warten auf die Liga, neue Teams in das Gemenge zu zuführen, die hoffentlich näher bei uns liegen, sodass wir zu mehr Auswärtsspielen gehen können.
Der kürzeste Trip für uns ist Los Angeles, sechs bis sieben Stunden Fahrt, während jede Reise an die Ostküste sechs bis sieben Stunden Flug einnehmen würde. Der Mangel an reisenden Fans hat auch einen negativen Einfluss auf die Spielstimmung, weil die Heimfans weniger motiviert sind, wenn kein Gegner im Stadion ist.

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Ihr bezeichnet euch selbst als Ultras. Wie sind eure Einstellungen zu:
Politik, Pyrotechnik, Polizei und Kommerz?

Politik: Wir haben unsere persönlichen politischen Vorlieben, aber als Gemeinschaft interessieren wir uns nicht wirklich für die Politik. Wir möchten Politik und Fußball nicht verbinden.

Pyrotechnik: Wir lieben Bengalen und Rauchbomben, wir versuchen diese so oft wie nur möglich zu benutzen. Paradoxerweise gibt es die Hauptprobleme dabei nicht mit der Polizei oder dem Sicherheitsdienst, sondern mit anderen Fans, die sich beschweren. Sie sind es nicht gewohnt bengalische Feuer oder Rauch bei Sportveranstaltungen zu sehen. Fügt das jener Terrorismus-Befürchtenden Paranoia nach dem elften September hinzu und man erhält eine Menge Leute nahe unserer Gruppe, die verängstigt von unserer Pyro sind. Die meisten von ihnen sind immer noch geplagt von der Tatsache, dass wir stehen und laut im Chor grölen. Der amerikanische Casual-Fußballfan ist ein weiteres Hindernis auf unserem Weg, die Gruppe und die Ultras Szene im Allgemeinen zu erweitern. Sie machen unsere Mission gar schwerer.

Polizei: Sie sind nicht wirklich involviert bei den Fußballspielen, eine geringe Zahl von ihnen ist normalerweise vor dem Stadion und diese greift nur ein, wenn die Securities die Situation nicht bewältigen können. Meistens sieht man keine Cops Fans ohne Grund verdreschen, wie man es in Europa sieht. Klar gibt es Ausnahmen, aber für gewöhnlich haben wir nichts an den Polizisten in San Jose zu beanstanden. Dennoch müssen wir vorsichtig sein, denn im Falle einer Ausschreitung zögern amerikanische Polizisten nicht zu schießen und zu töten. Dann wünscht man sich in Europa zu sein, wo man mit einem gebrochenen Bein oder mit einem blauen Auge davon kommt. In bestimmten Stadien hatten oder haben Supporter immer noch Probleme mit dem Sicherheitsdienst und der Polizei. Das einzige Spiel, an dem mehr Ordnungshüter anwesend sind, ist das gegen Galaxy. Es gab früher ein paar gewalttätige Vorfälle, und die wird es immer geben, da wir sie hassen und sie uns.

Kommerz: Wir machen unsere eigene Handelsware und verkaufen diese um Geld für Choreos, Flaggen, Reisen usw. zu bekommen. Wir haben T-Shirts, Hoodies, Schals, Aufnäher, Hüte etc. So viel wir das auch Geld brauchen, wir versuchen die Sachen mit unserem Namen und Logo darauf nur an Gruppenmitglieder oder Leute zu verkaufen, die wir persönlich kennen.

Wie sieht es mit dem Verhältnis zwischen Verein und der Gruppe aus?

In der Vergangenheit hatten wir Probleme mit ihm. Als der altbekannte Alexi Lalas zu unserem Geschäftsführer ernannt wurde, hasste er uns und wollte uns ausschließen, einfach weil er ein Galaxy Spieler war und großer Galaxy Fan ist und wir ihn das Jahr zuvor wie Scheiße behandelt hatten, als er nach San Jose als ein Feind kam. Nachdem wir den Verein zurück hatten, brachten sie ein neues Management ein und das sind alles erstklassige Leute. Wir haben eine gute Beziehung zu ihnen seit diesem Jahr.

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Auf eurer Homepage wird mit Ermäßigungen und Zugang zum eigenen Sektor im Stadion beim Beitritt der Gruppe geworben.
Inwiefern unterstützt euch der Verein also in eurer ‚Sache’?

Die meisten von uns kaufen Dauerkarten zu den normalen Preisen wie jeder andere Fan. Es gibt jedoch eine limitierte Anzahl an reduzierten Karten, die vom Verein für uns zu jedem Spiel bereitgestellt werden. Diese Tickets gehen üblicherweise an die Highschool Schüler oder an Leute, die finanziell kämpfen. Mit Ausnahme von den Karten gibt uns der Club kein Geld und wir erklärten von Tag eins an, dass wir das auch nicht annehmen würden.

Existieren Kontakte oder Freundschaften zwischen den 1906 Ultras und anderen Gruppen? Gibt es irgendwelche Feindschaften?

Vielleicht gibt es Freundschaften auf persönlicher Ebene. Ich erzählte beispielsweise meinen alten Freunden von den Titan Boys über die 1906 Ultras, ich schickte ihnen Bilder und Videos und jetzt sind sie alle San Jose Earthquakes Fans. Aber um die Frage zu beantworten, nein, auf Gruppenlevel haben wir keine Freundschaften. Wir bewundern oder verehren keine anderen MLS Supportergruppen, denn es gibt nichts von ihnen zu lernen. Unser Erzfeind ist die Los Angeles Galaxy Anhängerschaft. Das ist die stärkste Rivalität in der Major League Soccer. Nach diesen kommen Houston Dynamo, Chivas USA und höchstwahrscheinlich das neue Team, das 2009 debütiert, der Seattle Sounders FC.

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Was sagst du zu der „Designated Player Rule“, dank der bekannterweise Superstar David Beckham erst zu den Los Angeles Galaxies kommen konnte.
Ist es eine Möglichkeit, den nordamerikanischen Fußballmarkt attraktiver zu machen, oder eine überflüssige und nicht wünschenswerte Gelegenheit, den Kommerz im Fußball voranzutreiben?

Kein Zweifel, Beckham half der Liga einige Aufmerksamkeit zu bekommen, aber ich sehe das nicht als eine Dauerlösung. Beckhams Wechsel war gut für die Publicity, um mediale Zuwendung zu erhalten und um ein paar Tickets zu verkaufen. Das Problem ist, dass diese Leute, die die Eintrittskarten erwerben, keine Galaxy Fans sind, sondern nur Beckham Fans. Sobald er weg ist, werden sie nicht wieder kommen. Anstatt ihm so viel zu Bezahlen und mehr Karten für nur vier oder fünf Jahre umzusetzen, bis sein Vertrag beendet ist, sollte das Geld in Marketing für eine solide Fanbasis investiert werden, die für immer sein wird. Bezüglich seiner Leistung auf dem Rasen sprechen die Resultate für sich. Galaxy hatte eine schreckliche Saison. Es gibt keinen Weg, eine konkurrenzfähige Mannschaft mit einem Mann zu bilden, der 50 Millionen im Jahr verdient und mit zehn anderen, die es sich nicht mal leisten können, ein Haus zu kaufen. Diese Unterschiede helfen der Stimmung in der Umkleidekabine überhaupt nicht. Man braucht Ausgeglichenheit. Neben dem, diese gewünschten Spieler kommen hier nur wegen dem Geld her. Deren Seele und Herz ist nicht hier und das sieht man, wenn sie spielen. Ich erwerbe lieber jemand viel billigeren wie Darren Huckerby, der sich sein Herz bei jedem Spiel rausspielt und investiere den Rest des Geldes ins Marketing, wie ich bereits oben erwähnt hatte, und/oder in die Jugendarbeit des Vereins. Aber hey, von meiner Betrachtungsweise aus wünsche ich, dass Galaxy weitermacht, das zu machen, was sie getan haben, denn ich liebe es, sie erniedrigt zu sehen.

Zum Abschluss interessiert noch deine Meinung zu den 2 unterschiedlichen Worten unseres Lieblingsportes:
Das britische „football“ und das amerikanische „soccer“.
In England kann man in Schwierigkeiten geraten, wenn man unter bestimmten Leuten ‚soccer’ erwähnt, wie sieht es andersherum damit in Amerika aus?

Ich muss das Wort ‚soccer’ benutzen und das nervt mich nicht wirklich. Wenn ich ‚football’ sage, würde jeder hier denken, ich rede von dem spitzen Ballsport. Übrigens, ich raff nicht, warum die Erfinder des American Football es Fuß-Ball nannten, wenn es größtenteils mit den Händen gespielt wird, aber das ist eine andere Geschichte. Es gibt ein paar Leute, die dennoch ‚football’ benutzen, im Allgemeinen britische Einwanderer. Allerdings kommt man dafür keinesfalls in Schwierigkeiten.

Ich möchte mich an dieser Stelle recht Herzlich im Namen des ganzen Avanti-Ultras Teams bei Dir, stellvertretend für die 1906 Ultras, bedanken und wünsche euch alles Gute für eure Zukunft.

Danke, gleichfalls. Ich hoffe eure Leser werden Fans der San Jose Earthquakes, dem Besten Team in Amerika.
Viel Glück für eure Seite. Ihr Jungs macht einen klasse Job.

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